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location > Fachkräfteportal > Jugendarbeit gefährdet
Kürzungen in der Sächsischen Jugendhilfe!
Durch Kürzungen im Haushalt des Freistaates Sachsen muss die Jugendhilfelandschaft erhebliche Einschnitte in die Jugendhilfebudgets hinnehmen. Nachfolgend finden Sie einige Informationen zum Werdegang und zu Aktionen gegen die Einschnitte in vielfältigen Handlungsfelder der Sozialen Arbeit.
Information des Aktionskreises "Mehr Wert!" vom 12.05.2010:
Der Aktionskreis hat einen offenen Brief an die Mitglieder des Dresdner Stadtrates veröffentlicht. Darin werden die Stadträte um ihre Stimme für einen Beschluss zugunsten eines Ausgleichsbetrages für die Förderung der freien Jugendhilfe im laufenden Jahr gebeten. Durch die Redzuzierung der Jugendpauschale des Landes war ein Defizit entstanden und der Jugendhilfeausschuss hatte einen Antrag an des Stadtrat zur Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln gerichtet.
Der Dresdner Aktionskreis "Mehr Wert!" ist unter folgender neuen Internetadresse erreichbar: www.aktion-mehrwert.de
Gründung eines landesweiten Aktionsbündnisses "Zukunft & Zusammenhalt" – Das Bündnis für ein soziales Sachsen
Am 27.05.2010, 17.00 Uhr wurde in der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit Dresden ein landesweites Aktionsbündnis"für ein Soziales Sachsen gegründet. Hinter der Aktion stehen vor allem landesweite Träger der Jugendhilfe.
Informationen zum Werdegang und zu bisherigen Aktionen:
Veröffentlichungen u. a. in der Sächsischen Zeitung (SZ) zu den Sparmaßnahmen im Etat des Sächsischen Sozialministeriums machen deutlich, dass auf die Jugendhilfe im Freistaat in diesem Jahr erhebliche Kürzungen zukommen.
Betroffen sind einerseits die landesweiten Träger der Jugendhilfe und andererseits die Kommunen und Landkreise. Erstere sollen direkte Kürzungen ihrer Budgets hinnehmen, während die Kommunen und Landkreise durch die so genannte Jugendpauschale erhebliche Defizite bedrohen. Die Landeshauptstadt Dresden erhielt im vergangenen Jahr 14,30 Euro je Kind / Jugendlicher. Dies sind bei 143.000 jungen Menschen 2.044.900 Euro. Die beabsichtigte Kürzung der Jugendpauschale auf 10,40 Euro spült rund 558.000 Euro weniger in die Kassen der Landeshauptstadt.
Der Sächsische Landtag hat in seiner Sitzung am 10.03.2010 zwei Anträge der Fraktionen Die Linke und SPD sowie von Bündnis 90 / Die Grünen zur Vermeidung der Kürzungen in Sozialarbeit und Jugendhilfe abgelehnt. Die CDU / FDP - Koalition verteidigte die Kürzungspläne. Durch diese Beschlüsse kommt es zur Umsetzung der Kürzungsvorhaben der Sächsischen Landesregierung in der Jugendarbeit, bei Freiwilligendiensten, in der Suchtberatung und weiteren sozialen Arbeitsfeldern. .
Somit bleibt es auch bei der Kürzung der so genannten Jugendpauschale, was im Dresdner Jugendhilfehaushalt ein Loch von rund 600.000 Euro reißt. Somit muss die Beschlussvorlage zur Förderung der freien Träger der Jugendhilfe überarbeitet werden, da die Landeshauptstadt Dresden diesen Fehlbetrag nicht ausgleichen kann. Der Dresdner Jugendhilfeausschuss hat sic am 25.03.2010 mit der Beschlussvorlage zur Förderung freier Träger befasst. Informationen zur Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses finden Sie hier . Der Jugendhilfeausschuss-Report von dieser Sitzung erschien am 26.03.2010 im "Newsletter Jugendhilfe " des JugendInfoService Dresden.
Durch ein Netzwerk von Trägern wurde eine überparteiliche Kampagne gegen die aktuellen Kürzungen der Sächsischen Staatsregierung in der Jugendarbeit ins Leben gerufen. Umfangreiche Informationen zu den geplanten Kürzungen, zu deren Auswirkungen auf die Jugendarbeit sowie zu aktuellen Aktionen gegen den Kürzungen sind auf der Webseite www.jugend-ist-mehr-wert.de zu finden. Am 1. März 2010 fanden im Rahmen dieser Kampagne sachsenweit Flashmobs statt. In Dresden wurden aus Protest fünf Minuten lang schweigend Seifenblasen in den Himmel geschickt als Zeichen für geplatzte Träume. Die Initiative "Jugend ist mehr Wert" rief am 10.03.2010 zu einer Demonstration an den Sächsischen Landtag in Dresden, B.-v.-Lindenau-Platz auf. Etwa 4.000 Menschen folgten dem Aufruf und forderten die Rücknahme der Kürzungsbeschlüsse. Persönlichkeiten aus Jugendhilfe, Politik und Wissenschaft unterstützten die Demonstrierenden u. a. mit Redebeiträgen. Vor dem Landtag hatten Teilnehmende kilometerlange weiße Bänder als Symbol für bestehende Netzwerke in der Sozialarbeit gespannt, die dann zerschnitten wurden. Damit sollte die Zerstörung dieser Netzwerke für Kinder und Jugendliche durch die Kürzungen demonstriert werden. Mehr Informationen unter www.jugend-ist-mehr-wert.de.
Demonstration gegen Kürzungen in der sächsischen Jugendhilfe vor dem Sächsischen Landtag am 10.03.2010
FlashMob gegen Kürzungen in der Jugendhilfe in Dresden am 01.03.2010 |